7. Rotary Oldtimer-Days Monschau 2018

18. 11. 02
Autor: Josef Krings
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Einladung 1Zum Wochenende des 1. - 2. September 2018 hatte der Rotary Club Monschau – Nordeifel zum siebten Treffen für Eigner historischer Fahrzeuge in den idyllischen Eifelort eingeladen. Gefolgt waren der Ausschreibung zahlreiche Besitzer von Autos der Baujahre zwischen 1930 und 1975, von denen schließlich nur 57 historisch wertvolle Raritäten automobiler Art und deren Besatzungen in den ehemaligen Weberort eingeladen werden konnten, da Park- und Bewegungsraum für solch betagte Schätze nur in beschränktem Umfang zur Verfügung steht.

Schirmherr Dr.Mario TheissenAm Samstag startete das Feld morgens in Abständen von jeweils einer Minute vom neu eingerichteten Jacobs Classic Center in Eschweiler zur ersten Etappe und zu einer Fahrt durch die Voreifel mit Besuchen auf den Schlössern Merode und Eicks. Günter Jacobs selbst nahm mit einem 1967er Ferrari 330 GT 2/2 in Begleitung seiner Enkelin an der Veranstaltung teil. Pünktlich um 11.00 Uhr senkte Schirmherr Prof. Dr. Mario Theissen die Flagge für das erste Auto aus dem Kreis der beteiligten Fahrzeuge.

Als Erster und Ältester machte sich der aus dem Jahre 1930 stammende Lagonda 2Liter SM/LC auf die Reise. Pilotiert wurde das Auto von Annegret und Alfred Harwardt aus Nörvenich, die zum ersten Male den Weg zu den Rotariern gefunden hatten, während sie bei der Trips-Fahrt in Kerpen seit deren Beginn im Jahre 1988 ständige Teilnehmer waren und sind. Gleiches kann auch von Cornel Brecher gesagt werden, der außer seinem geliebten MG – TC zwei weitere Schätze aus der in Buir befindlichen Garage beisteuerte. Den Austin Healey 3000 BT 7 mit einer speziellen und seltenen Motorkonfiguration lenkten Sigrid Brecher und Dagmar Hensen, denen Coletta Brecher wieder prächtig assistierte, und am Steuer des Jaguar 420 G saß erneut Andreas Nawrot, ein guter Freund von Cornel. Mit dem von vielen Teilnahmen in Kerpen bekannten Morris 8 waren Gisela und Erich Defrain aus Aachen angereist. Sie konnten am Ende der Veranstaltung die heimische Vitrine mit einem weiteren Sieger-Pokal schmücken wie auch Cornel Brecher.

Bordbuch 1Doch bevor die Ehrungen am Sonntag entgegen genommen werden konnten, warteten auf die betagten Automobile ca. 300 abzufahrende Kilometer Landstraße, die mit einem Schnitt von insgesamt etwa 30 km/h zu absolvieren waren. Daneben galt es, an unterschiedlichen Orten zeit- und oldtimergerechte Sonderprüfungen abzulegen, damit es nach der Zieldurchfahrt zu einer Wertung und damit zu einer Platzierung kommen konnte. 

 

In der finalen Gesamtwertung setzte sich ein 1965er Jaguar E der Serie 1 als einziges Fahrzeug mit makelloser Punktebilanz gegen weitere Jaguare der Typen XK 120 bis 150 und einem 420G durch. Damit ließ dieser fabelhafte E-Typ weitere Pretiosen aus britischer Produktion von MG, Alvis, AC, Austin, Austin Healey, Morris, Sunbeam, Triumph, Lotus und Rover hinter sichSchloss Merode. Produkte italienischer Provenienz konnten den Jaguar ebenfalls nicht gefährden; hier war ein Lamborghini Islero vor einigen Lancias, u.a. einem Stratos und mehreren Alfa Romeos z.B. einem Junior Zagato, einem Ferrari und einem Maserati erfolgreich. Die französischen Farben vertraten Renault Alpine, Renault, Peugeot und ein Facel Vega FV 2. Die Zahl der Autos, die aus Deutschland stammen, war dominiert durch Mercedes – Benz, darunter A und B-Cabrios der famosen 220er aus den 1950er Jahren, begleitet von 190 SL und Pagoden.

Ebenfalls aus Stuttgarts Autoschmieden kamen Porsches der Typenreihen 356, 911 und 912. Überaus beeindruckend trat ein 1938er Horch 853 als Cabrio A – Ausführung auf, während ein früher Karmann-Ghia in der sog. „low light“-Form von seinem Eigner Oliver Hartmann dem staunenden Publikum vorgestellt wurde.Marktplatz Monschau Mit dem Horch hatten Hans-Jürgen Weber und sein Freund und Beifahrer B. Schwarze insofern spezielle Sorgen, weil der Wagen gerade aus einer Revision kam. Am Samstag schlug er sich prächtig, doch am Morgen des Sonntags roch es beim Starten penetrant nach vergeudetem Benzin. In der Tat war im Bereich der Spritzufuhr eine winzige Undichtigkeit entstanden, so dass die beiden Münsteraner es vorzogen, wegen eines durchaus zu erwartenden Brandes im Motorraum, vorsorglich die Fahrt abzubrechen und das gute Stück lieber per Trailer zurück nach Münster zu transportieren.

Beeindruckte der Horch durch seine Größe und formale Ausprägung, so fand auch ein weitaus kleineres Auto mit ungewöhnlicher Linienführung großen Zuspruch von den Zuschauern. Ines und Hans-Wilhelm Dercks hatten nämlich ihren Baby-Austin nach Monschau gesteuert. Der richtige Name für den kleinen Engländer lautet aber Austin A30. Dieser Wagen wurde 1956 ausgeliefert, dem Jahr also, in dem die Besatzung Raymond und Edward Brookes mit einem Auto gleichen Typs die berühmte Tulpen-Rallye in den Niederlanden gewann. Das ist erstaunlich, denn der Kleinwagen ist formal so gestaltet, dass sein Erscheinungsbild eher an das größerer Limousinen erinnert, ist aber mit einem Motor von ca. 800ccm ausgestattet. Er war als Nachfolger des zwischen 1922 und 1939 erfolgreich verkauften Austin Seven gedacht, erreichte jedoch nie dessen Produktionszahlen.

Ob nun Kleinwagen oder Luxusfahrzeug, alle teilnehmenden Fahrzeuge wurden bei ihrem Erscheinen auf dem Monschauer Marktplatz am Ufer der Rur freundlich begrüßt. Und stets war die dort eingerichtete Start/Ziel - Zone, die übrigens im Verlauf der Veranstaltung sechsmal befahren wurde, von zahlreichen Zuschauern gesäumt. Burgring RevivalGleiches galt auch für den samstäglichen Besuch von 25 Vespas und für die Demonstrationsläufe der Motorräder, die zu den Zeiten der Monschauer Burgringrennen zwischen 1948 und 1952 bei den international besetzten Rennen im Einsatz waren. Thomas von der Bey, Enkel eines ehemaligen Teilnehmers, stellte routiniert und eindrucksvoll die alten Maschinen und ihre Piloten vor, bevor er sich mit seinen gleichgesinnten Freunden und den knatternden Motorrädern auf den Weg über Teile des historischen Kurses begab. Der dabei entstehende Lärm war mindestens so groß wie der, den die Traktoren des Treckervereins Monschauer Land bei ihrem Besuch auf dem Marktplatz verursachten.

Das gesamte Programm konnten die Rotarier unter tätiger Hilfe ihrer Familien, von Freunden und, nicht zu vergessen, der finanziellen Unterstützung von Sponsoren routiniert abwickeln und damit bei stets strahlendem Himmel viele Menschen erfreuen. Es war wieder eine äußerst gelungene Veranstaltung in Monschau, mit der die Rotarier durchaus zufrieden sein konnten, gelang es ihnen doch, einen erklecklichen Beitrag aus dem Erlös an den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in der Region Aachen zu überweisen und damit dessen Arbeit zu unterstützen. Sie können sicher sein, dass alle Beteiligten und alle Besucher sich schon jetzt auf die nächste Auflage freuen, die am ersten Wochenende des Monats September im Jahre 2020 wieder in Monschau ausgerichtet werden soll.

Fotos: RODM Organisation

 

 

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