Wolfgang Graf Berghe von Trips wieder im Schloss...

18. 04. 23
Autor: Josef Krings
Zugriffe: 681

Familie von Trips 1956 VT 1Reizvoll wäre es mit Gewissheit, den am 4. Mai dieses Jahres 90 Jahre alt werdenden Wolfgang Graf Berghe von Trips auf Burg Hemmersbach treffen zu können und mit ihm über seine Erlebnisse in der Welt des internationalen Rennsports, über seinen Blick auf Zusammenleben der Menschen und über die Schwierigkeiten und Erfolge der von seinen Eltern gegründeten „Gräflich Berghe von Trips'schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach“ und denen seiner „Scuderia Colonia“ sprechen zu können.


DasTrips Statue 2 1 hier ins Gespräch gebrachte Ereignis, kann natürlich in dieser Form niemals als Basis eines Gedankenaustausches eintreten. In Wirklichkeit handelt es sich lediglich um eine Statue des Grafen, die in den ersten Tagen des März im Innenhof von Schloss Loersfeld installiert werden konnte. Die Bronze-Plastik nach dem Vorbild des jungen Grafen im Rennoverall mit um den Hals hängender Brille und ebenfalls mit Augenschutz versehenem Helm, den er unter dem Arm trägt, schuf der Frechener Künstler Olaf Höhnen. Es darf angenommen werden, dass Höhnen bei seiner Inspiration sich den Grafen vor dem Start eines Rennens vorstellte, denn Gesichtsausdruck und Pose wirken leicht verspannt und nicht so gelassen und leger, wie er im Gedächtnis präsent ist. Thomas Bellefontaine positionierte die fast lebensgroß ausgeführte Bronze im imposanten Rhododendron – Beet an der Ostseite des Innenhofes. Dort ist sie stets von immergrünen Gewächsen und im April/Mai vom üppigen Flor der Pflanzen umgeben.

Plakette 1997 1Olaf Höhnen, der 1933 in Mendig geboren wurde, lebte nach Kunststudium in Köln seit 1970 in Frechen und starb dort am 5. März 2009. Höhnen war ein überregional anerkannter Künstler, der unermüdlich tätig war und u.a. 1984 das Denkmal „Maus und Elefant“ für den WDR oder auchIm Ziel der 1957er MM VT 1 das Jupp-Schmitz-Denkmal in Köln schuf. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Trips-Fahrt am 26. April 1997 gestaltete er eine Erinnerungsplakette für Personen, die ununterbrochen an den ersten neun Auflagen der Kerpener Veranstaltung teilgenommen hatten. Sie zeigt den Ferrari 315S, mit dem von Trips im Jahre 1957 auf dem 2. Platz der Mille Miglia ins Ziel kam. Bei diesem Rennen blieb er hinter Piero Taruffi, weil er dem verdienten Piloten die Ehre des ersten Sieges bei der traditionsreichen Fernfahrt nicht streitig machen wollte. Von Trips hat das Ereignis nie in dieser Weise interpretiert, aber die Welt des Motorsports hat dies aufgrund des Rennverlaufes nur so sehen können.


Die Statue wird nun hoffentlich für lange Zeit auf Schloss Loersfeld verweilen dürfen, da dort schon seit 2007 die Graf Berghe von Trips Gedächtnis - Fahrt ihr Domizil hat. Auch der Scuderia Colonia, die von Trips im Jahre 1960 als Organisation zur Förderung des Nachwuchses im Rennsport gegründet wurde, nutzt dort seit einigen Jahren einen von ihr mit Trips-Devotionalien staffierten Raum für ihre Treffen.

Trips Statue 1 1Die nun im Schloss aufgestellte Statue ist allerdings kein Erstguss, denn der entstand im Jahre 1988 anlässlich des 60.Geburtstages des Grafen und fand einen angemessenen Platz am Nürburgring in der Nähe des alten Fahrerlagers, in dem Graf Trips zu seiner aktiven Zeit häufig zu Gast war. Eine zweite Ausformung für die Sportstiftung und um diese handelt es sich hier, befand sich zunächst am Gebäude, das für die Stiftung zur Aufnahme der an die Familie und Wolfgang von Trips erinnernden Exponate an der Hauptstraße in Horrem erbaut worden war. Von dort musste sie mit dem gesamten Inventar umziehen, als die „Gräflich Berghe von Trips'sche Sportstiftung zu Burg Hemmersbach“ ihre neue Heimat im ehemaligen Wohnhaus von Graf und Gräfin von Trips fand. Seither waren bis vor kurzer Zeit die meisten Belege zum Leben von Wolfgang in der „Villa Trips – Museum für Rennsport-Geschichte“ untergebracht und für die Öffentlichkeit zumindest an Wochenenden zugänglich. Die Archivalien zur Familiengeschichte gingen schon damals auf Initiative von Susanne Harke-Schmidt als Depositum in die Bestände des Kerpener Stadt-Archivs über. Nachdem der Vorstand der Sportstiftung jedoch Gelände und Haus „Villa Trips“ an einen Kerpener Investor übertrug, entstanden schwer wiegende Turbulenzen, die dazu führten, dass kontinuierliche Arbeit an diesem Ort unmöglich wurden und somit die Restbestände des Museums nach dem 31. März 2018 an anderer Stelle präsentiert bzw. aufbewahrt werden müssen. Ein Teil des Inventars befindet seit einigen Jahren schon im Hamburger Prototypen – Museum. Jetzt wurden weitere Objekte an die Verwaltung des Nürburgrings übergeben und ein Rest, darunter die angesprochene Statue, verlagerte man dank der Initiative von Thomas Bellefontaine nach Schloss Loersfeld.

Aus einer Verlautbarung in der Werbe-Post vom 18. April 2018 ist zu erfahren: „Am Freitag, 27. April wird auf Schloss Loersfeld in Kerpen eine Teilausstellung der bisherigen Museumsbestände eröffnet;...“. Stiftungsrat-Mitglied Herrmann wird im gleichen Artikel zitiert: „Das Museum hat jetzt einen neuen Standort, besteht aber weiter. Wir blicken jetzt in die Zukunft“. Diese Aussage wirft etliche Fragen auf, lässt aber auf gute Arbeit in der Zukunft hoffen. Teilnehmer am 10. Trips-Dinner, das am 28. April auf Schloss Loersfeld stattfindet, werden wohl die Gelegenheit erhalten, die Teilausstellung zu betrachten.

 

oben