Nachbetrachtung zur 29. Trips-Fahrt vom 21.08.2016

16. 11. 21
Autor: Josef Krings
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Trips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz PrommeggerTrips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz PrommeggerMit bangen Blicken betrachteten Teilnehmer und Organisatoren am Morgen den mit grauen Wolken bezogenen Himmel. Alle befürchteten, ein ähnliches Regenchaos wie im Vorjahr erleben zu müssen. Doch die Fahrerbesprechung mit Bürgermeister Dieter Spürck konnte noch am Fuße der Freitreppe vor dem Schloss zelebriert werden, einige Fahrzeuge bei Trockenheit starten, während der Himmel kurz nach 9.30 Uhr seine Schleusen öffnete.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Dieter FranzenSo hatten alle guten Wünsche des Schirmherren und Bürgermeisters auf den ersten Blick nicht gefruchtet, aber er konnte der Startprozedur wenigstens ohne Belästigung durch Staub beiwohnen. Die Regenzeit endete dann aber rasch, so dass alle Teams trockenen Fußes und mit fröhlichen Mienen zur Mittagsrast eintrafen. Die gute Laune nahm tagsüber stetig zu, und so erhielten auch die Organisatoren den verdienten Lohn für die geleistete Arbeit, nämlich strahlende Gesichter bei Beteiligten und Organisatoren.

PlaketteButtonNicht alleine die Gestaltung des Buttons und der Erinnerungsplakette zeugen von der akribischen Arbeit, die das Organisationsteam unter der Leitung von Ralf Klinkhammer in der Vorbereitungszeit auf die diesjährige Fahrt betrieb. Es ist schon beeindruckend, dass man bei der grafischen Umsetzung der Thematik „Frisch auf den Tisch... Von regionalen Lebensmitteln und deren Erzeugern“ auf den Gedanken kam, einen Lanz-Traktor vor der Kulisse der landwirtschaftlich intensiv genutzten Bördenlandschaft abzubilden. Damit rückte man erst recht die Bedeutung, die Erzeuger von Nahrungsmitteln in unserer Region seit Jahrhunderten haben, vor der der Vermarkter in den Focus der Betrachtungen.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz PrommeggerTrips-Fahrt 2016 Foto: Dieter FranzenBeide Aspekte spielten eine herausragende Rolle bei der Auswahl der Ziele, die bei der diesjährigen Fahrt anzusteuern waren. Beispielsweise stattete man dem Krafftshof in Buir einen Besuch ab, der dort unter der Leitung von Angehörigen der Familie Krafft Landwirtschaft betreibt. Dort werden Kartoffeln vorwiegend für den Verzehr, jedoch zusätzlich entsprechendes Saatgut erzeugt. Einer noch längeren Tradition folgt die Familie Wolfgarten auf Burg Redinghoven, die seit gewiss 1000 Jahren auf den zugehörigen Äckern Getreide anbaut und erntet.

2016 LP 07A1950Während die zuvor genannten Güter ihre Erzeugnisse nicht direkt vermarkten, entstehen in der Region zunehmend sog. Hofläden, die Endverbraucher direkt mit frischen Erzeugnissen aus eigenem Anbau versorgen. Beispiele dafür sind sowohl der „Hofladen“ der alteingesessenen Familie Moll in Kerpen und der „Schäferhof“, die Erftstädter Bauernkäserei der Familie Schäfer in Gymnich. Selbst der Markt im Langenicher Versorgungszentrum bezieht inzwischen einen Teil seines Angebotes an frischem Gemüse aus der näheren Region.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Joachim KleinKeine Erzeuger, aber Verbraucher sind die Restaurants, die sich frischer Zutaten aus der näheren Umgebung als Basis für ihre Gerichte bzw. Menues bedienen. Angefahren wurden die Restaurants „Gut Hohenholz“ in Bedburg und die „WunderBar“ in Balkhausen, während das „Restaurant Schloss Loersfeld“ gewissermaßen als sicherer Hafen für die historischen Fahrzeuge und ihre Besatzungen diente.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Joachim KleinHier startete am Morgen die Ausfahrt für die 86 Autos und Motorräder. Ihre Lenker, die eine Strecke von ca. 130 Kilometern zu befahren hatten, versorgte man hier am Morgen, Mittag und Nachmittag mit Speisen und Getränken. Im Park des Geländes waren dazu zwei der für die Wertung relevanten, oldtimergerechten Sonderprüfungen abzulegen. Am Morgen war das eine Pünktlichkeitsprüfung auf einem Fahrweg im südlichen Teil und nach dem Restart kurz nach 13.00 Uhr eine weitere Aufgabe, die als optimal gelöst betrachtet werden konnte, wenn der jeweilige Oldtimer aus dem Stand um exakt 85 Zentimeter in Fahrtrichtung bewegt worden war.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Joachim KleinDie Ergebnisse dieser Prüfungen bildeten neben einigen gezielt gestellten Fragen zur Thematik die Grundlage für die Platzierung im Endklassement bei der Siegerehrung am Nachmittag. Dabei war eine Frage scheinbar besonders schwierig zu beantworten. Sie bezog sich auf das Rezept eines Gerichtes, das der Koch, Entertainer und Liebhaber von Oldtimern Horst Lichter eigens für die Veröffentlichung im diesjährigen Begleitheft zur Fahrt konzipiert hatte, und das den Namen „Butzheimer Rum – Fort – Topf“ hatte. Zur Erklärung des Titels trugen viele Teilnehmer eigene Interpretationen ein, obwohl die richtige Auflösung im Heft enthalten war. Dort stand nämlich eindeutig: „Was steht RUM, was muss FORT“!

Trips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz PrommeggerTrips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz PrommeggerDieses Phänomen trat erstmals in der Geschichte der Trips – Fahrt so gehäuft auf und brachte mit den zusätzlichen 20 Strafpunkten viele der Mannschaften um einen Pokal für die am besten Platzierten in den jeweiligen Altersklassen A bis E und in der Gesamtwertung. Die vorderen Plätze in der Gesamtwertung belegten Petra und Christoph Schultz mit ihrem 1950er VW-Hebmüller, Manfred und Marek Schlegel auf dem Mercedes 280 SL aus 1968, sowie Katja und Christian Campe aus Köln, die das wunderschöne 1959er Lancia Flaminia Coupé heil und nur mit kleiner Punktzahl über die Strecke und zum Erfolg gesteuert hatten.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz Prommegger

Trips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz Prommegger

Leider kamen die älteren Fahrzeuge dieses Mal nicht unter den drei Ersten der Gesamtwertung ins Ziel. Dennoch sorgten gerade die Veteranen bis Baujahr 1951 für einiges Aufsehen. Sie waren mit einem Anteil von knapp 20 Prozent im Feld der Starter vertreten. Das älteste Auto war in diesem Jahre der 1926er Morris Bullnose Cowley, den Gabriele und Hermann-Josef Meuser aus Bedburg nach Loersfeld brachten und viel Beifall vom zahlreich erschienenen Publikum erhielten. Aber auch die etwas jüngeren Boliden waren von erlesener Provenienz und Qualität.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Joachim KleinFans britischer Autobaukunst werden dabei ebenso begeistert gewesen sein wie die Anhänger italienischer, französischer oder deutscher Marken. Erstmals nahm auch ein Auto teil, das in Spanien gebaut wurde. Es war ein Renault R4 Fasa Super aus 1963 in hervorragendem Zustand, den die Damen Elisabeth Mockel und Ute Mols strahlend zu präsentieren wussten. Zudem fuhr , für unsere Veranstaltung traditionell, eine ganze Flotte von Kleinwagen der 1950er und 60er Jahre mit. Nicht vergessen sind auch die „ Amerikaner“, die einen Oldsmobile Toronado als besonderen Hingucker boten.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Joachim KleinAus amerikanischer Produktion kam schließlich auch der Wagen der Gewinner des von K.H.Bonk gestifteten, riesigen „Rosengart-Pokals“, denn Philipp und Moritz Bachem lenkten ihren 1967er Ford Mustang GT auf den in diesem Jahr für die Verleihung relevanten 29. Platz in der Gesamtwertung. Im nächsten Jahr wird dann der auf dem 30. Platz einkommende Wagen mit dem „Pott“ beladen werden können.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Lorenz PrommeggerSie alle starteten am Morgen bei bedecktem Himmel und später leichtem Regen, so dass das Team sich bereits Sorgen wegen der Erfahrungen aus dem letzten Jahr machte. Zum Restart am Mittag wandelte sich jedoch die Wetterlage zu aufgelockerter Bewölkung mit Sonnenschein und ermöglichte, dass die Siegerehrung wieder auf der Schlosstreppe vonstatten gehen konnte.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Dieter FranzenVon dieser Wandlung zum Guten profitierten letztendlich auch die Aussteller im Oldtimer – Park. Die Zahl der mit Oldtimern anreisenden Besucher nahm erfreulicherweise wieder zu. So blieben die anwesenden Clubs und Interessengemeinschaften, wie die Traktor-IG. Die Ford-Freunde aus Sindorf, die Mitglieder der Oldtimerfreunde aus Bergisch-Gladbach und Erftstadt, die Saab-Freunde Erftkreis, das Antiquariat Kohl, ein anwesender Imker und Herr Schindler aus Thüringer, der eine Kollektion von Simson – Zweirädern ausstellte, nicht länger alleine, sondern konnten sich regen Besuches erfreuen und mit Interessierten ins Gespräch kommen, um Erfahrungen auszutauschen.

Trips-Fahrt 2016 Foto: Joachim KleinGesprächsstoff gab es auch am Abend beim gemeinschaftlichen Essen aller Mitglieder des Organisationsteams im Südflügel des Schlosses. Zu besprechen war viel Ernstes und Heiteres als Reminiszenz eines gelungenen Tages, und alle sprachen sich dafür aus, mit Hingabe an der Gestaltung der 30. Fahrt mit zu arbeiten, die am 20. August 2017 als Jubiläum gefeiert werden soll. Es war sogar Interesse vorhanden, am nächsten Trips-Lunch teilzunehmen; er soll am Samstag, dem 29. April 2017 im Restaurant Schloss Loersfeld stattfinden. Wir freuen uns schon jetzt auf regen Zuspruch und neue Begegnungen.

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