Nachbetrachtung zur 28. Trips-Fahrt am 16.08.2015

15. 10. 18
Autor: Josef Krings
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28. Graf Berghe von Trips – Gedächtnisfahrt am 16. August 2015
Nachbetrachtung

Tripsfahrt 2015 Button n„Heute werden wir keinen Staub schlucken müssen!“, so äußerte sich ein Teilnehmer, nachdem er sein Fahrzeug in der vorbereiteten Parkbucht im Innenhof des Schlosses abgestellt hatte, während der Besitzer eines Ford A befürchtete: „ Meine schönen neuen Weißwandreifen werden nun leider ihre Unschuld verlieren“. In der Tat regnete es an diesem Sonntag bereits am frühen Morgen, als Hans Thelen mit seiner BMW R 25/3 um etwa 7.00 Uhr eintraf, bis zum Ende der Veranstaltung, als die Letzten den Südflügel des Schlosses verließen, der ihnen tagsüber während der Pausen als Schutz vor der Nässe sehr willkommen gewesen war.


28 GBvT DK1 006webAnsonsten waren die 76 eingetroffenen von 90 gemeldeten Teams glücklich mit dem Tagesprogramm, das ihnen das erprobte Organisationsteam unter der Leitung von Ralf Klinkhammer anbot. Das Motto der diesjährigen Ausfahrt lautete: „Vom Braunkohletagebau und seinen Auswirkungen“. Dieser Thematik folgend, führte die zu bewältigende Strecke in einer Morgen- und Nachmittagsetappe zu markanten Örtlichkeiten in der Region, an denen Tagebau und seine Folgen sichtbar und im Sinne des Wortes erfahrbar sind. Besuche im entstehenden Kerpener Ortsteil Manheim–neu und im sterbenden Manheim (alt) ließen die Gäste tief beeindruckt aufmerken; ein Ehepaar äußerte sich am Nachmittag nach der Zieleinfahrt, der morbide Charakter des fast verlassenen Dorfes sei keinesfalls von Charme begleitet, sondern erinnere fatal an die Endlichkeit jeglichen Seins. Somit war es richtig und wichtig, dass die Organisatoren sowohl für die Buttons als auch die Erinnerungsplaketten ein Bild bzw. eine Halbplastik der alten Pfarrkirche Manheim auswählten, denn sie wird in absehbarer Zeit ebenfalls abgerissen werden.


DK2 MG 6806webBei besserem Wetter hätte der anschließende Besuch des Informationszentrums „Terra Nova“ einen ganz speziellen Eindruck von der immensen Flächennutzung durch den Abbau der Braunkohle im Bereich des Tagebaues Hambach vermitteln können, denn die Strecke führte direkt an der Tagebaukante vorbei. Hier fing ein Team von Fotografen vor diesem beeindruckenden Blick Schnappschüsse von den historischen Fahrzeugen ein. Dies geschah in gleicher Weise an allen Durchfahrtskontrollen, so z.B. auf Schloss Paffendorf, dem Hof von Gut Onnau, vor der Kulisse des Kraftwerkes Niederaussem und auf dem Marienfeld. DK3 IMG 4395 JPG1024x768Die so entstandenen Fotografien werden den Teilnehmern kostenfrei zur Verfügung stehen, sobald deren Bearbeitung und Zusammenstellung vollendet ist. So müsste jedes Team in der Lage sein, sich selbst eine eigene Bildserie als Erinnerung an die diesjährige Ausfahrt zusammenstellen zu können. Allerdings wird ein solches Unterfangen einigen Teams kleine Schwierigkeiten bereiten, da nicht alle sämtliche Kontrollpunkte anfuhren. Daneben gab es schon bei der Auswertung der Bordkarten für jede ausgelassene Kontrolle 20 Punkte, was die Aussicht auf eine gute Platzierung in der Klassen- bzw. Gesamtwertung erheblich schmälerte.


DK7 28 GBvT DK7 083webSicher war dieses Dilemma zumindest teilweise dem unaufhörlich niedergehenden Regen zu verdanken. Davon waren in erster Linie die Fahrerinnen und Fahrer von Motorrädern betroffen, denen es kaum gelingen wollte, sich selbst und ihre Fahrtunterlagen einigermaßen trocken ins Ziel zu bringen. Aber auch die Roadsterfahrer konnten an diesem Tage nicht recht glücklich werden, da sie doch in der Regel ohne ausreichendem Wetterschutz unterwegs waren. Nun also kauerten sie in ihren engen Cockpits, wurden von eindringendem Wasser behelligt und waren dazu noch kaum in der Lage, die winzigen und immer wieder beschlagenden Front- und Seitenscheiben klar zu durchschauen. Sie waren somit weit entfernt von einem guten Sichtkontakt zur Außenwelt, und das führte nicht zuletzt zu Beeinträchtigungen beim Ablegen der Sonderprüfungen, die speziell auf die virtuose Bedienung der betagten Fahrzeug durch deren Lenker ausgelegt sind. Manch ein Teilnehmer verpasste ob der erwähnten Misshelligkeiten eine sonst selbstverständlich bessere Wertung, weil ein seitlicher Abstand zu einem Hindernis oder ein Vorziehen des Fahrgerätes um einen festgelegten Betrag eher geschätzt als im Wortsinn erfahren werden konnte. Der Wettergott spielte dennoch mit, weil der Regen gleiche Bedingungen für alle bereit stellte.


1 Ges Harwardt IMG 3026web2 Ges MG 7004webTrotzdem erzielte ein britisches Fahrzeug, das sogar ohne side-curtains unterwegs war, eine hervorragende Platzierung. Annegret und Alfred Harwardt belegten nämlich in ihrem 1930er Lagonda 2 Ltr. LC/SM nicht nur den ersten Platz unter den acht Fahrzeugen bis Baujahr 1934 in Klasse A, sondern gewannen mit lediglich 14 Fehlerpunkten zusätzlich die Gesamtwertung vor dem MG-B GT von Timmy Haas / Felix Horster. 3 Ges 28 GBvT DK7 100webAuf dem dritten Platz in der Gesamtwertung kamen Daniela und Oliver Lerschmacher ein, die einen durch immer wieder beschlagende Scheiben geplagten 1200er Käfer aus 1962 an den Start und mit 24 Punkten ins Ziel brachten.


Ladies Cup 28GBvT DK1 019webDen Lady-Drivers-Cup nahmen Susanne Wolf nebst Beifahrerin auf ihrem Fiat 600D nicht zum ersten Male aber hocherfreut mit nach Bonn; sie erfuhren sich den Pokal gegen eine erneut große Zahl von zehn weiteren Damenteams.

 

Am Nachmittag, nachdem man eine Strecke von etwa 130 Kilometern bewältigt hatte, waren alle froh, sich im Südflügel des Schlosses am Buffet, das Thomas Bellefontaine und seine Mannschaft dort präsentierten, laben zu können und bei guten Gesprächen den Tag passieren zu lassen. Viele dankten Ralf Klinkhammer und seinem Team für die geleistete Arbeit und versprachen ein Wiedersehen bei jedem Wetter anlässlich der 29. Auflage der Trips-Fahrt auf Schloss Loersfeld.


DK8 DSC 0931webFür das Organisations- und Helfer-Team endete der Tag beim gemeinsamen Essen mit durchaus zweigeteilter Einschätzung. Waren die notwendigen Arbeiten zwar wiederum gemeistert worden, so war man doch traurig über das weitgehende Fehlen von Zuschauern, denn mit einer Anzahl von rund 200 Personen erzielte man ein Zehntel bis ein Zwanzigstel der Besucherzahl als in den Jahren mit besserem Wetter. Selbst der Oldtimer- Park blieb den ganzen Tag ohne die erwartete Dekoration aus wohlgeformtem Altblech, so dass Hennes Lenz sein dort installiertes Freiluft – Studio kaum zum Fotografieren nutzen konnte. In diesem Zusammenhang gilt ein besonderer Dank den „Saab-Freunden Erftkreis, die mit sämtlichen gemeldeten Exponaten ihrer Marke erschienen waren und bei ihren Fahrzeugen in den bereit stehenden Pavillons dem Wetter trotzten und den Tag genossen.


Das gesamte Organisationsteam freut sich schon jetzt auf die Nachfolgeveranstaltung im kommenden Jahr und auf das nächste Frühlings – Dinner am Samstag, dem 30. April 2016 auf Schloss Loersfeld.

 

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