3. Gedächtnisfahrt am 05. Mai 1990

11. 11. 02
Autor: Dieter Franzen
Zugriffe: 2347

Für die dritte Auflage der Trips- Gedächtnisfahrt bereiteten Susanne Harke-Schmidt und Josef Krings eine Ausstellung zum Thema

"Höfe und Güter in Kerpen"

Begleitheft1990Titelvor, die am 06. April 1990 im Foyer des Rathauses eröffnet wurde. Über deren Inhalt Begleitheft1990Rueckinformiert eine 158seitige Begleitschrift, die auch Informationen für die Besatzungen der 200 gemeldeten historischen Fahrzeuge. Neben schriftlichen Belegen zum Thema waren zahlreiche landwirtschaftliche Geräte wie Pflüge, Sensen, Zentrifugen, Dreschflegel und ein mehr als 40 Jahre alter Lanz-Bulldog ausgestellt.

Über die Besonderheiten der Fahrt berichtete Oskar Gerfertz in der Zeitschrift der Citroen-Fahrer, der nachfolgend im Wortlauf wiederholt wird:

"Mit dem 37er Legere dabei

3. Graf Berghe von Trips Gedächtnisfahrt am 5./6. Mai 1990

Als morgens um 7 Uhr der Wecker klingelte, hätte ich das blöde Ding am liebsten ignoriert. Aber heute war der Tag meiner ersten Oldie-Rallye und dafür bringt man eben auch Opfer. Also rein in die Klamotten, den 37er Legere aus der Garage bugsieren und Frank, meinen Beifahrer, abholen. Der Traction war in Bestform, was man von Frank und mir nicht gerade behaupten konnte, hatten wir doch am Vorabend eine kleine Betriebsfeier gehabt, von der Frank den Nachdurst und ich die Kopfschmerzen mit auf den Weg genommen hatten. Wie sich später herausstellen sollte, war dies auch so ziemlich alles, was wir mithatten, wollte sich doch Frank um ein Kartenbrett, eine Stoppuhr und Schreibmaterial kümmern, welches er schlichtweg vergessen hatte.

Am Rathaus in Kerpen angekommen, wurde unser Traction vom Kommentator der Rallye fachgerecht vorgestellt und wir bekamen einen Parkplatz zugewiesen. Nachdem wir unsere Rallyeunterlagen abgeholt hatten, bewunderten wir die schon geparkten bzw. noch ankommenden Fahrzeuge. Uns bot sich ein imponierendes Bild. 184 Oldtimer, von denen ich nur einige nennen möchte, Ford T Touring von 1912, BMW Isetta, Messerschmitt, diverse Jaguar E und XK, viele Austin Healey und MG´s, Mercedes SL, Porsche 356, eine ganze Sammlung Rosengart- Fahrzeuge und 4 Tractions waren angetreten, um den verstorbenen Rennfahrer Graf Berghe von Trips zu ehren.

Beinahe hatten wir die Fahrerbesprechung vergessen!

Plakette-1990-frei

Es ging also darum, mit Hilfe einer Klarsichtfolie, auf der verschiedene Streckenabschnitte aufgezeichnet waren, die eigentliche Strecke auf einer Straßenkarte aufzuzeichnen, während der Fahrt auf DK´s (Durchfahrtskontrollen) und SK´s (stumme Kontrollen) zu achten und, je nach Baujahr, nicht schneller als 18, 20 oder 25 km/h zu fahren.

 

Als ich beim Einzeichnen der Strecke (mit einem geliehenen Textmarker) eine falsche Strecke markierte, beruhigte ich meinen Beifahrer mit den Worten: "ist nur um die anderen zu verwirren - wir fahren sowieso einem erfahrenen Rallyeteilnehmer hinterher." Gestartet wurde von zwei Parkplätzen gleichzeitig - also Startnummer 1 von Parkplatz 1 und Startnummer 129 von Parkplatz 2. Wir hatten Startnummer 129 und durften folgerichtig das Feld anführen! Viele Zuschauer säumten die Straße und mein Beifahrer übersah vor lauter Winken die ersten SK´s, während ich beim Start vergessen hatte, den Tageskilometerzähler auf Null zu stellen.

Alles in allem die besten Voraussetzungen, einen Pokal zu gewinnen! Die Strecke führte über kleine Landstraßen zu sechs verschiedenen Höfen (DK´s) auf denen man Kleinigkeiten wie Äpfel, Getränke und Erbsensuppe gereicht bekam. Durch den niedrigen Schnitt (20 km/h) hatte ich die Gelegenheit, ein paar schöne schwarzweiß Fotos zu machen und die Strecke zu genießen. Kurz vor dem Ziel hielten wir noch einmal am Wegesrand, da wir vermuteten, doch noch zu schnell gewesen zu sein (geschätzte Streckenlänge 40-45 km, Fahrzeit 1 Stunde 40 Minuten - eindeutig zu schnell). So warteten wir noch eine Weile um dann die letzten Meter bis zum Ziel zu schleichen.

 

Während die "Renngemeinde" in der Rathauskantine zu Tisch gebeten wurde, rechneten die Organisatoren die Strafpunkte zusammen. Mit einer schönen Messingplakette (die bekam übrigens jeder Teilnehmer), einem 10. Platz in unserer Klasse (von 16 Fahrzeugen) und der Gewissheit, bei der 4. Graf Berghe von Trips- Gedächtnisfahrt wieder dabei zu sein, fuhren wir wieder heim.

Unser Dank gilt der Stadt Kerpen und dem Verein der Heimatfreunde, die diese wirklich schöne Rallye organisiert haben.

Bis bald

Oskar Gerfertz"

 

 

Sieger wurden in:

Klasse A:
Friedel Richrath/Riley 9 Brookland vor Wolfgang Nink/Rosengart LR 2 Torpedo und Horst Heggen/Citroen B 14G

Klasse B:
Manfred Pletz/TR 2000 Roadster vor Wolfgang Vouß/Morris 12/4 und Uli Podewski/Fiat Topolino C

Klasse C:
Paul-K. Krings/Volvo P1800 vor Ernst Pamthöfer/Jaguar MK 2 und Karl Arlt/AH Sprite MK 1

Klasse D:
Erich Hambüchen/Zündaopp KS 750 vor Hans Schnitzler/Adler MB 250 und Josef Schnitzler/BMW R50.

 

oben